Samstag, 11. Juli 2015

Gott ist Tod es lebe der Kapitalismus


Die Zeit ist reif für die nächste Finanzkrise
http://wilfriedlouis.blogspot.de/2015/07/gott-ist-tod-es-lebe-der-kapitalismus.html#links
Reale Schlagzeilen oder Kalendersprüche?

Die Euro-Staaten, mit Frau Merkel an der der obersten Front, verkünden unaufhörlich und selbstherrlich, ihren Anspruch einer verordneten Sparpolitik, gegenüber den Krisen- und Schulden-Ländern. Eine gegensätzliche Schulden- und Investitionspolitik sind Forderungen von Francois Hollande für seinen und andere überschuldeten Staaten. Ob Einsparungen bis nichts mehr bleibt oder Investieren bis die Schulden alles verschlingen, es sind keine dauerhafte Lösungen aus der Krise, sie dienen nur einer Verzögerung des wohl unausweichlichen Zusammenbruchs der heutigen europäischen Kapitalmärkte. Nur eine neue europäische Politik „der zwei Geschwindigkeiten“ kann Europa vor einen Auseinander-brechen der Währungsunion retten. Europas EURO-Währung kann nur mit einer strukturell starken Staaten-Gemeinschaft in einer globalen Finanzwelt bestehen. EU-Mitgliedsstaaten mit unsicheren Wirtschaftsprognosen und einer unsoliden Haushaltspolitik schaden das Ansehen und damit das Vertrauen in einer verlässlichen Finanzpolitik. 

Griechenland ist das erstes Land in der EURO-Zone das sich im Juli 2015 durch ein Referendum gegen die auferlegte Spar- und Reformpolitik der EURO-Gruppe und dem IWF entschieden hat. Korrupte Politiker und eine Schuldenpolitik mit nutzlosen Rettungspaketen aus der EU, haben dem griechischen Volk nur Armut und Hoffnungslosigkeit gebracht. Der Grexit oder der Austritt aus der EU wären wohl für beide Seiten eine Katastrophe, aber die Griechen wollen keine weitere Fremdbestimmung mehr ertragen, sie wollen über ihre Zukunft selbst entscheiden. Die wirtschaftlichen und politischen Folgen eines Grexit in der EU sind wohl kaum abzuschätzen. Die psychologische Wirkungen, dass Schwache Mitglieder auf Dauer keinen wirkliche Schutz haben, hinterlässt Unsicherheit und zerstört das Vertrauen in den Partnerländer. Einbrüche an den Aktienmärkten, sowie starke Verluste für den europäische Exportmarkt könnten die Folge sein


Die Folgen sind: nationaler Egoismus. Die Gier nach schnellen Gewinn und die Angst vor Verluste.

Der Kapitalismus mit dem Ziel der Gewinnmaximierung und einem stetigen Wachstum ist auf Dauer ein wirtschaftlicher Selbstmord.

Die nächste Finanz- und Wirtschaftskrise kommt unaufhaltsam auf uns zu, sie wird der Politik und der Finanzwelt den Atem nehmen und wohl das Ende einer kapitalistischen Gesellschaftsordnung bewirken.
Rückblick:



Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Fall der Berliner Mauer landete der Kommunismus im Orkus der Geschichte – und Karl Marx gleich mit. Doch seit der Krise 2008 ist die Frage wieder erlaubt, ob Marx eigentlich richtig verstanden wurde.

Er sagt: »Es ist nicht das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewusstsein bestimmt«
Das heißt, dass die gesellschaftlichen Lebensumstände, insbesondere die berufliche Sicherung und materiellen Existenz unser Bewusstsein bestimmen
Der Reichtum muss in einer kapitalistischen Gesellschaft eingebettet sein, es muss eine ökonomisch gerechte Verteilung des Kapitals stattfinden.
Marx nennt den Kapitalismus sogar die absolute Form der Warenproduktion

Der Zweck der Produktion dient zur reinen Geldvermehrung. Die Kritik besteht schon darin, dass das Wirtschaftssystem nicht zur Bedürfnisbefriedigung der Menschen da ist, sondern diese Menschen benutzt, um Vermögen zu schaffen. So vermehrt sich das Kapital nur bei den Menschen die schon Kapital (Geld) haben, alle anderen müssen das System aufrecht erhalten, indem sie ihr verdientes Geld wieder in den Kreislauf des Kapitalmarktes einbringen.

Kapitalismus ist eine Technologie der Geldvermehrung, er kennt keinen anderen Maßstab und folglich auch keine Grenze, denn wenn Mehr besser ist als Weniger, dann fehlt ein Haltesignal für Genug
 

Gegenwart

2014/2015
In Japan und den USA haben die Kritiker der Notenbankchefs damit gedroht, das ihr gedrucktes, billiges Geld zur Hyperinflation führen wird. Die Kassandrarufe haben nicht recht behalten. Noch nicht mal die angepeilte Preissteigerung von zwei Prozent konnten bis jetzt erreicht werden.




Für die EZB waren das wichtige Beobachtungen und haben somit die Unbedenklichkeit ihrer neuen Geldbeschaffungspolitik begründet. Mario Draghi beschließt Anleihen europäischer Staaten zu kaufen und auf dieser Weise neues Geld in den Umlauf zu bringen. Von März 2015 bis mindestens September 2016 will die EZB, gemeinsam mit den nationalen Zentralbanken, der Eurozone 60 Milliarden Euro pro Monat in den Markt pumpen – also insgesamt 1,14 Billionen Euro.

Diese europäische Unbedenklichkeit kann ein entscheidender Trugschluss für die globale Finanzwelt beinhalten. Möglicher Weise hat man bei der Unbedenklichkeitsannahme nur oberflächliche Annahmen und Kritiken herangezogen.

Tatsächlich sind in den vergangenen Jahre ganz andere Preise gestiegen: die von Wertpapieren und Unternehmen.

Das bedeutet, dass sehr viele Menschen ihr Geld in Vermögenswerten investieren, ohne das sie merken, dass der Wert niedriger ist als der Preis. Dadurch das die Anlageformen schneller steigen als die Wirtschaftsleistung, entsteht eine Finanz-Blase. Irgendwann fliegt dieser fiktive Wohlstand auf, da die Güter dafür fehlen, sodass zwangsläufig die Anlagen wieder verkauft werden und die Preise entsprechend fallen, die „Blase“ platz. Um dies zu verhindern will die Chefin der amerikanischen Notenbank JanetYellen die Zinsen wieder erhöhen. Doch im Energiesektor könnte dies schon jetzt zu spät sein.

Die Förderfirmen benötigen für die Öl- und Gasförderung durch die neue Fracking -technik Kredite in Höhe von 1,2 Billionen Dollar. Doch der Ölpreis ist seit Sommer 2014 um etwa 50% gefallen, damit sind die Einnahmen der Ölfirmen dramatisch eingebrochen

Die texanische WBH Energy und BPZ haben schon Anfang 2015 Konkurs angemeldet. Doch die Investoren ziehen sich aus den Geschäft nicht zurück, sie investieren weiterhin in den Aktien und Anleihen der Ölfirmen und geben Kredite in 3 stelligen Millionenhöhe. Und was über Kredite nicht geht das geht über Aktien, die Anfang 2015 zu einem Wert von 8,4 Milliarden Dollar ausgegeben wurden.

Der Investmentriese Blackstone legte in dem Energiebereich gleich 2 Fonds im Wert von 9 Milliarden Dollar an. Grund ist die verzweifelte Suche nach Renditen. Die Ölfirmen bieten neben der Chance über Kursgewinne auch Renditen über 10 Prozent, auf die benötigten Kredite, an.

Mit diesem Geld werden aber kaum noch Investitionen getätigt, dieses Geld deckt nur noch die Verluste durch den eingefahren billigen Ölpreis ab.

Der gefährlich Investitions- Schulden-Kreislauf, der seine Logik in dem billigen Notenbank-Geld zu suchen ist, findet auch in der Technologiebranche seinen Sinn. Seit 2009 hat die Technologiebörse Nasdaq um 300 Prozent zugelegt und den Index-Rekord, vor dem platzen der Internetblase im Jahr 2000, gebrochen. Das heißt: die Nasdaq-Unternehmen wird im Schnitt 24 mal so hoch bewertet wie ihr jährlicher Gewinn ist.

Ein weiteres Beispiel dieser Überbewertung ist der Zimmervermittlungsdienst Airbndder zu Zeit mit 20 Milliarden Dollar bewertet wird. Zum Vergleich die internationale Hotelkette Hyatt hat einen Börsenwert von 9 Milliarden Dollar und der Wert der Taxi- Alternative Uber sogar 40 Milliarden Dollar doppelt soviel als Fiat Chrysler.

Früher wollten junge Gründer-Unternehmen wie z. B. WhatsApp möglichst schnell an die Börse, heute wollen sie mit einer oft überzeichneten Bewertung von den Giganten Google oder Facebook übernommen werden. Ob sie dann irgendwann Gewinne abwerfen ist wohl sehr fraglich.

Diese Unternehmensgiganten sind wie "Schwarze Löcher", sie schlucken alles um sich herum bis sie konkurrenzlos den Markt bestimmen, doch wehe wenn der Frei- Markt dem Gesetz des Kapitals nicht mehr folgt, weil immer weniger immer mehr haben, und das Vertrauen auf wachsenden Wohlstand verloren geht.

Man kann nur die Macht über das Kapital haben wenn man es verteilt und nicht wenn man es besitzt.

Dies musste auch, ab Anfang Juni 2015 die Wirtschaftsmacht China erfahren. Ein Staat der, durch sein autoritäres Regime, ein wirtschaftliches Macht-Imperium aufgebaut hat. Durch seinen riesigen Exportüberschuss häufte es Devisen von mehr als einer Billionen Dollar an. Mit diesen Devisenüberschuss hat der Staat die Möglichkeit,  jede Firma aufzukaufen oder zu kopieren. Dabei leistet es sich auch schwache Firmen, mit ungeheuren Verlusten durch Dumpingpreisen, zu einem Marktbeherrschenden Unternehmen an wachsen zu lassen, um in dieser Branche den Markt zu beherrschen. Ob im Energiesektor, im der Kohle- oder Stahlindustrie sowie in der Textilindustrie, sie alle beherrschen den Weltmarkt und überzeichnen den Aktienmarkt. Doch jetzt zeigt sich, durch den Börsenabsturz der Shanghai-Composite-Index, der im Juni 2015 bis zu 30% verlor. Wie anfällig der Kapital- und Börsenmarkt auf Unsicherheiten reagiert.
Ursache war die vorausgegangene Aktienblase die nicht reale Milliarden in den Markt schüttete. Eine Finanzmarkt -Reform öffnete die Geldschleusen der Zentralbank und vergab großzügige Kredite um die Binnennachfrage am Aktienmarkt anzukurbeln. In Massen wurden von den Bürgern Aktiendepos angelegt und innerhalb von einem Jahr schossen die Kurse an den chinesischen Börsen um 150% in die Höhe. Jetzt bricht der Börsenmarkt zusammen, man spricht sogar von einem Börsencrash. Innerhalb von wenigen Wochen wurden über 3 Billionen Dollar am Aktienwert vernichtet.
Auch wenn der Staat jetzt massiv eingreift und der Kursverfall sich wieder erholt. Zeigt sich, das Vertrauen und Sicherheit am Kapitalmarkt wichtiger sind als Kapital- und Anlagenwerte.

Ein Markt der stetig wächst verliert zwangsläufig an Stabilität, bis das er einstürzt. 
  Eine einfach Logik dessen Vernunft am Finanzmarkt lange ignoriert wurde.

Diesmal sind es nicht die Hausbesitzer die sich über schulden sondern Unternehmen am Aktienmarkt.

Kapitalismus im 21. Jahrhundert ist ein Kapitalismus der Unsicherheit. Während Löhne stagnieren und traditionelle Sparanlagen kaum noch etwas abwerfen, profitieren jene Einkommensklassen, die hauptsächlich ihr Geld für sich arbeiten lassen. Der Bürger kann dem System der freien Märkte nicht mehr viel abgewinnen. 95% der Bürger glauben , das die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander geht. So wird und ist die Krise des Kapitalismus auch eine Krise der Demokratie.

Es zeigt sich, dass die Großbanken nach der Krise nicht geschrumpft sonder noch größer geworden sind. Bankbilanzen so der britische Zentralbanker Andrew Halande, sei das schwärzte aller schwarzen Löcher.


Nach der Finanzkrise 2008 haben die Staaten von den Banken wohl die unsolide Geldvermehrung übernommen und eine Aktienblase entstehen lassen die ihren kapitalistischen Gau noch vor sich hat.



Mein Block enthält u.a. Auszüge aus der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom18.05 2015 und dem Nachrichtenmagazin "der Spiegel" vom20.10.2014



W. Louis 22.07.2015

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Kommentar

Freitag, 26. Juni 2015

Die EU steht vor einer Zerreißprobe zwischen kollegtiven Intressen und egoistischen Entscheidungen.


Eine unmoralische, schwache und egoistische EU Politik verspielt das Vertrauen an ihre Mitglieder.
 
Wirtschaftliche und politische Entscheidungen im EU Parlament bestehen aus faulen Kompromissen oder perfiden Lösungen.
Das jede Krise eine eigene politisch Lösung beinhaltet, die aber nur durch das Vertrauen an die Politik ihren Bestand hat, ist eine alte Logik.

  1. Die Griechenlandkrise ist in einem unauflösbaren Dilemma zwischen den Gläubigern den EU-Finanzpolitiker und der griechischen Partei, die unter dem Druck von unhaltbaren Wahlversprechen steht. Würde man bei dieser Hinhaltetaktik an die Not der griechischen Bevölkerung denken und an die Dringlichkeit einer finanziellen Hilfe, die das Land, trotz ihrer schwachen Politiker, benötigt, hätten die EU Politiker, die es zum Wohle seiner Mitglieder verantwortlich ist, schon lange eine solidarische Lösung eingeleitet.
  2. Die Flüchtlingspolitik in der EU wird durch einen unmoralischen Egoismus geprägt. Eine gerecht Verteilung der Flüchtlinge, außerhalb der Mittelmeeranrainerstaaten, wurde von den EU-Mitgliedsländern abgelehnt. Eine freiwillige Flüchtlingsaufnahmen ist ein unsinniger wie unmoralischer Kompromiss. Von den 40.00 Flüchtlingen nimmt Deutschland freiwillig 8.000 Zuwanderer, die Oststaaten (z, B.. Litauen, Polen, Rumänien....) keine. Wo ist da die Solidarität gegenüber den anderen Mitgliedsländer und den Flüchtlingen?
    Die EU die als Gemeinsamer Staatenbund auch gemeinsam seine Aufgaben lösen will schafft dies noch nicht mal bei den Grundsatzfragen über Menschlichkeit und Moral. Europa sollte sich schämen diesen Kompromiss der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Frage nach der Menschenrechtsverletzung wäre den EU-
    Staatsoberhäuptern wohl sehr unangenehm
  3. Im Ukrainekonflikt zwischen Russland und der EU fällt nur die Erschrockenheit, Empörung und die Gesprächsbereitschaft mit dem Aggressor auf. Zu einer wirklichen Gegenreaktion oder sogar eine Abwehr des Konfliktes ist die EU wohl politisch und militärisch nicht in der Lage. Nach wochenlanger Verhandlungen ist die einzige Reaktion, die Verhängung von wirtschaftlichen Sanktion und eine unbefristet Verschiebung der Aufnahmeverhandlungen über die Ukraine in die EU. Die Erweiterung einer schnellen Eingreiftruppe hat da mehr ein symbolischer Charakter (aber vielleicht vergrößert sich ja noch der innerliche Flüchtlingskonflikt innerhalb der EU-Staaten).

Sonntag, 22. März 2015

Die Entscheidung über unsere Zukunft


Es steht viel auf dem Spiel


Das die immer stärker werdende Vernetzung mehr Sicherheit für die Gesellschaft erbringe ist ein Mythos. Dies wurde schon 2006, durch die Enthüllungsplattform "Wiki Leaks" sowie u.a. durch den Whistelblower "Edward Snowden" 2013 und die daraus folgende NSA Affäre, bestätigt.
Wer seine Daten im Netz preis gibt, wird zu jeder Zeit kontrolliert: Zum Beispiel: wie konform er sich über seine Medien verhält und als digitaler Konsument seine Bedürfnisse befriedigt. Jedes Fehlverhalten wir auf ewig registriert und bewertet. Angepasstes Verhalten wir mit der Freiheit im Netz belohnt, wer dem widerspricht verliert sein Recht auf Akzeptanz und wird zur digitalen bzw. gesellschaftlichen Gefahr. Wer sich der globalen Vernetzung völlig entzieht macht sich erst recht zum Verdächtigen. Ein anders sein als Andere ist kaum noch möglich, ohne das es negative Konsequenzen zu Folge hat. (z.B. über sozialen Netzwerke oder durch die logarithmische Einstufung unserer gespeicherten Daten)
Hacks und Anschläge auf unsere, sich weiter vernetzende Infrastruktur, werden täglich bedrohlicher.



Nicht nur wir, also der Mensch als Subjekt, werden zum Objekt und somit zur Quelle und Ziel von Big Data, auch Ölpipelines, Industrieanlagen und Finanzinstitute stehen im Visier.
Durch die Operation "Glotaic" verschaffte, im Verbund mit BND, CIA und NSA, der Bundesnachrichtendienst, der deutschen Tochter des US-Telekomunternehmens MCI in Hilden ,einen Zugang zu seinen Telefonleitungen. Obwohl der BND wusste, dass der amerikanische Partner gegen die deutsche Industrie Wirtschaftsspione betreibt, wollte man die Zusammenarbeit vertiefen. So  die Aussage von BND-Mitarbeiter vor den NSA-Ausschuss. 

Die jüngsten Aufdeckungen über den BND zeigen, dass der Bundesnachrichtendienst offenbar jahrelang der NSA geholfen hat, europäische Diplomaten, Behörden und Unternehmen, auszuspionieren.
Laut Medienberichten (Der Spiegel) wurden 2013 auf Veranlassung des Geheimdienstes 12.000 Suchbegriffe (z.B. E-Mailadressen von hochrangigen Diplomaten) gelöscht.


Die europäische Abhängigkeit von den amerikanischen Schlüssel-Technologien
ist die eigentliche Bedrohung unsere Sicherheit. Die Betriebssysteme Windows, Apple oder Androide sind, bis auf wenige Ausnahmen, amerikanische Marken, die unsere (angeblich gesicherten) Daten schlucken und Speichern.
Mit den importierten Fremdgeräten werden wir keine sichere IT-Infrastruktur herstellen können. Woher sollen wir wissen ob eingebaute Überwachungsfunktionen sich wirklich abschalten lassen. Mit jedem Klick auf dem PC, Tablets oder Smartphone steht ein kulturelles Bekenntnis hinter dem Big Data „Made in USA“.
Das Verständnis der Deutschen über ihre Menschenwürde ist im Grundgesetz auf ewig festgeschrieben. In dieser Verfassung wurde das unantastbare Grundrecht sichergestellt, dass der Mensch in voller Freiheit und Verantwortung sich selbst verwirklichen kann. Dazu gehört auch das Recht auf Privatsphäre und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, was u.a. auch die Kontrolle der eigenen Daten beinhaltet.

1880 wurden schon in Deutschland die Vorschriften zu Sozialversicherungen und Kartellrecht erlassen. Die Rahmenbedingungen wurden von Ludwig Erhard in der Sozialen Marktwirtschaft weitergeführt und 2007 im EU-Vertrag von Lissabon als Leitbild übernommen.
Der "Ordoliberalismus" der den europäischen Marktgeschehen die Rahmenbedingungen einer sozialen Marktwirtschaft setzen, sind undenkbar mit dem Verfassungsverständnis, etwa dem der USA. Dort liegt der Fokus nicht auf die Menschenwürde sondern auf die Freiheit im Sinne „frei sein von gesetzlichen Regulierungen“. Deshalb findet der Google-Chef Eric Schmidt es unerträglich, dass Europa Maßnahmen ergreift, die ihre gesicherte Datenanalyse anzweifelt, dabei geht es in Wahrheit darum, dass der freie Handel mit unseren Daten für Google nicht durch gesetzliche Barrieren erschwert wird.
Bei dem Druck und der Pflicht der digitalen Teilnahme erliegen wir der Illusion frei zu sein, in dem wir als Konsument zwischen Produkte und Dienstleistungen frei auswählen können und wenn es uns in der digitalen Orientierungslosigkeit als nützlich erscheint, dann geben wir dafür (frei)willig unsere Daten preis.
Es ist nicht nur leicht sondern auch zerstörend, mit dem klassischen Denkfehler des Kapitalismus, den Menschen, also wir als digitale Konsumente, zum Objekt der Wirtschaft zu mutieren und dabei unsere Grundrechte und die darauf beruhende Ordoliberalismus aufs Spiel setzen.

So ist auch bei den jetzigen Verhandlungen zum Freihandelsabkommen TTIP mit dem sogenannten Bündnispartner USA höchste Wachsamkeit angebracht.

Es steht viel auf dem Spiel wenn unterschiedliche Systeme, wie die „Soziale Marktwirtschaft“ mit seinen sozialen Rahmenbedingungen und der „Alles bestimmende Frei Markt“ der nicht von sozialer Gerechtigkeit sondern von ökonomischer Gewinnmaximierung bestimmt wird, aufeinander prallen.

Die Finanzkrise 2008 hat eindrucksvoll gezeigt, was auf dem Spiel steht, wenn falsche Rahmenbedingungen und fehlende Kontrollmechanismen den „Freien Markt“ entfesseln.

Der Verhandlungspartner USA muss überzeugt werden, dass die Regularien auf europäischen Boden auch unter TIPP einzuhalten sind. Sollte Europa glauben, dass ihre Abhängigkeit von amerikanischen Schlüsseltechnologien ein Veto auch unter politischen Gesichtspunkten nicht zulässt, werden wir nicht nur sozial-demokratische Errungenschaften verlieren sondern auch unser Wirtschaftssystem wird dann zur Nebensache.
Auch hier zeigt sich, dass durch die digitalisierte Abhängigkeit bei den TTIP Verhandlungen, Deutschland und Europa ihre wirtschaftliche und rechtliche Souveränität ablegen müssen, um künftig integraler Bestandteil des amerikanischen Marktes zu sein.
Nach dem 2. Weltkrieg hat die Weltmacht USA viele Kriege geführt, um fremden Staaten und Kulturen ihre demokratische Ideologie aufzubürden, sie haben keinen dieser Kriege siegreich beenden können.
Mit dem ausgehandeltem TTIP-Abkommen will die USA die europäische Wirtschaftskultur, dem ökonomischen und kulturellen Verständnis einer amerikanischen Freihandelszone unterwerfen.  Die USA kann nur ein Partner sein wenn sie unsere Grundrechte im vollen Umfang akzeptiert. Herr Gabriel: "Es steht viel auf dem Spiel".

http://ttip-demo.de/home/

 
Mein Artikel enthält Auszüge aus dem Feuilleton "Die Zeit" vom 05.03 2015 „Europa versagt“


Samstag, 31. Januar 2015

Wahnsinn trifft Irrsinn.

Europa hat seine politische und wirtschaftliche Vormachtstellung verspielt.

Der Widerstand wächst.

Für die europäische Politik wird es eng.

Ist die revolutionäre Wahlentscheidung in Griechenland der reine Wahnsinn? Oder ist das die richtige Reaktion auf die, vom Irrsinn diktierte, europäische Sparpolitik?
Auch wenn die Kreditverpflichtungen bis zum 28.0215 zurückgestellt sind, braucht Griechenland 1,7 Milliarden, alleine für die Zahlung von Gehälter. Soziale Strukturen werden ausgehebelt (wie z.B. die Krankenversicherungen). Der griechische Bürger plündert zur Zeit seine Konten und versteckt seine EURO wohl unter der Bettdecke, weil er Angst hat aus der Eurozone zu fliegen. Die Kredit-Zahlungen an den EU - Gläubigern werden wohl die EU-Bürger in Form von Steuergelder übernehmen müssen. Die Schulden können nur an das Wachstum gekoppelt werden. Griechenland will die  Troika aufkündigen und sucht engere Beziehungen zu Russland und der Türkei. Das wäre nicht nur ein wirtschaftlicher sondern auch ein politischer Keil zwischen der EU und Griechenland siehe Video

Wer rettet wen?
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/kulturjournal/Der-Film-zur-Bankenkrise-Wer-rettet-wen,kulturjournal3632.htmlZur Sache:  Milliarden EURO gehen weiterhin in Griechenland durch Korruption (Fakellaki = Bestechungsgeld im Umschlag) verloren, 10 Milliarden EURO werden immer noch in das griechische Militär investiert. Wenn eine griechische Klinik 18 Gärtner beschäftigt und keinen Garten hat, dann sind doch noch viele Möglichkeiten vorhanden Geld für Schulden zu erwirtschaften.


Rechtspopulisten, Neu-Linke, Separatisten, EU-Gegner: Nicht nur in Griechenland, nein, in ganz Europa sind radikale Parteien erstarkt.
Bild aus der Zeit-Online am 04.02.15  enommen.

Für EU-Gemeinschaft wird es nicht nur kritisch, es könnte auch der Anfang vom Ende sein.
Der Wahlsieg von Syriza und dessen Anführer Alexis Tsipras ist nur ein erneutes, sichtbares Zeichen, dass in Europa, eine vom Volk und deren politischen Subkulturen ausgehende Unzufriedenheit, eine revolutionäre Veränderung der politischen, gesellschaftlichen und vor allem der kapitalistischen Strukturen bewirkt.


http://de.wikipedia.org/wiki/Politisches_System_der_Europ%C3%A4ischen_Union
siehe Weblink
Die europäische
Richtung wird seit Beginn mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft 1957, dem Vertrag von Maastricht 1993 zur EG, sowie den Vertrag von Lissabon 2009 zur Bildung der, EU, von Ministern und Abgeordneten geführt die zum großen Teil von wirtschaftlichen Lobbyismus und kapitalistischen Ideologie bestimmt wird.

Korruption, Wirtschafts- und Finanzkrisen, sowie soziale Abstiegsängste waren neben den politischen Vertrauensbruch die gesellschaftlichen Einschnitte auf die der Bürger keinen Einfluss mehr hat.
Der wahlberechtigte Bürger ist nur noch Zuschauer der Ereignisse und fühlt sich dabei wehrlos und ohnmächtig. Was der Bürger sieht und spürt ist die immer größer werdende Schere zwischen arm und reich und das nur noch wenige Menschen bestimmen was für alle richtig oder falsch ist, dabei bewegen wir uns in einer permanente Überwachung die unser Leben nicht nur registriert sondern auch bestimmt.

Diese immer größer werdende Schere zwischen reich und arm ist auch eine Schere zwischen Macht und Ohnmacht, Sicherheit und Angst, Überwachung und Selbstbestimmung und zwischen wachsender Gleichgültigkeit und fehlender Empathie.

Nur 1 % der Bevölkerung besitzen die Hälfte des Vermögens

Nicht Leistung und Bildung schaffen Vermögen, sondern Herkunft und Erbschaft.
 
WIR WERDEN VON EINER ELITE BEHERRSCHT DIE UNS GENAU BEOBACHTET UND BESSER KENNT ALS WIR UNS SELBST KENNEN. DAFÜR DÜRFEN WIR IHR ANONYMES AUSHÄNGESCHILD BENUTZEN UND GLAUBEN DAS WIR DIES FREIWILLIG UND SELBSTBESTIMMT TUN:
Auch wenn wir dies alles wissen, haben wir wirklich noch eine Wahl?

Sei es die Pegidabewegung mit ihren ausländerfeindlichen, nationalistischen Populismus, oder die rechts-linkspopulistischen Parteien wie die: "AfD" in Deutschland, die "Front National" in Frankreich, die "Vox" oder die "Podemos" Partei in Spanien oder die "Lega Nord" aus Italien, alle verbindet eine ausländerfeindliche Gesinnung und sie stehen, mehr oder weniger, eine vom EU-Parlament bestimmte Staaten-Gemeinschaft ablehnend gegenüber. Der enorme Zulauf von Sympathisanten ist ein Spiegelbild der bürgerfernen Europapolitik

Wenn der Wähler die politischen Entscheidungen nicht mehr versteht, verliert er das Vertrauen, dann geht er nicht mehr zur Wahl oder wählt eine Partei dessen einfachen Antworten er versteht und nachvollziehen kann, sei es aus trotz oder aus Hoffnung.
Auch wenn die Welt komplizierter ist und die Antworten nicht immer einfach und eindeutig sein können, müssen die politischen Antworten verlässlich und glaubhaft sein.
Lokale und regionale Geld- und Wirtschaftsformen, die individuell einer Region angepasst sind, geben den Bürger, durch Transparenz und Übersicht, mehr Sicherheit und Vertrauen als in einer globalen Kapitalgesellschaft.   

Wenn der Mario Draghi der ehemaliger Vice President bei Goldman Sachs und heutige Präsident der EZB  glaubt, dass er mit der Wahnsinns-Idee, 1 Billion Euro zu Drucken um monatlich 60 Milliarden Euro auf den europäischen Markt zu schleusen, um damit eine nicht vorhandene Deflation entgegen zu wirken, dann wird er sich wohl für diesen Irrsinn irgendwann rechtfertigen müssen.

Wenn man jede Minute 1,7 Millionen EUR Druckt für die keine Gegenleistung durch Arbeit oder Güter erbracht werden, entsteht eine Geldblase die irgendwann platzt und alles was wir an Vermögen, Arbeit oder sozialen Status erwirtschaftet haben wird über Nacht verloren gehen.

Je ungleicher das Kapital gegenüber des Wirtschaftswachstum ist, je größer der Wohlstandunterschied (T. Piketty)
 
https://www.youtube.com/watch?x-yt-cl=84924572&v=gjJUUAVeys0&x-yt-ts=1422411861&feature=player_detailpage
siehe Video
Die EZB ist nicht die einzige Bank die ihr eigenes Geld druckt, besonders Japan und die USA Drucken Geld in großen Mengen. Doch in der USA zum Beispiel werden
 hohe Investitionen (Fracking) und Ölförderung mit dem gedruckten Dollar erwirtschaftet, sodass zumindest eine vorläufige Erholung möglich ist. Doch auch hier wir wohl der Carsh auf Dauer nicht zu vermeiden sein.

Der europäischen Industrie fehlt zur Zeit das Vertrauen und der einzelne Bürger die Notwendigkeit billiges Geld für risikoreiche Investitionen oder größere Anschaffungen aufzunehmen. Die Geldschwemme wird in den Aktienmärkte verschwinden, was wohl auch gewollt ist, und somit nur die Reichen reicher macht, wobei der Mittelstand immer mehr schrumpft.

Das Dilemma der Finanzkrise entspricht dem der Umweltkatastrophen. Um die Erderwärmung noch zu stoppen oder den Wirtschaftscrash noch abzuwehren ist es wohl zu spät. Wir bräuchten sehr viel Mut und neue Innovationen die den CO²-ausstoß halbieren würde oder auch die Geldschwemme auf dem Finanzmarkt Einhalt bieten könnte. Das tun und wollen die Geldmacher nicht, obwohl sie wissen oder gerade darum, dass es bereits fünf nach zwölf ist.               

Die globale Wirtschaftsmacht und auch die EU beschwören den Wahnsinn, dass ständiger Wachstum immer mehr Wohlstand und sozialen Ausgleich mit sich bringt. Das die Bevölkerungszahl ständig wächst und somit Wirtschaftswachstum nicht gleichbedeutend mit Wohlstand einhergeht. Das Zinseszinsen irgendwann ins unermessliche enden. Das unsere Ressourcen und Agrarflächen begrenzt verfügbar sind und das nur der der Geld hat auch Geld erwirtschaften kann (die anderen verbrauchen ihr Geld als Existenzgrundlage) wissen wir doch alle, sollten wir dem Irrsinn, sich einem kapitalistischen Herrschaftssystem unterzuordnen, nicht endlich unseren Widerstand entgegen setzen.

Wir brauchen die Gemeinschaft der EU und wir brauchen eine ausländerfreundliche Gesellschaft, doch wenn die Politiker diesen Anspruch nicht unmissverständlich und glaubwürdig vermitteln können verlieren sie die Zustimmung der Bürger.


Die EU-Politik steht vor einem politischen und wirtschaftlichen Abgrund, dabei stellt sich nicht die Frage ob, sondern wann der Absturz kommt.

Doch manchmal ist ein Neuanfang wertvoller als am Alten festzuhalten
 
 
W.  Louis                                                                                             31.01.2015